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Donnerstag, 18. August 2016

Heimat ist halt Heimat

Hier begann alles.
Meine ersten Schritte, mein erster Kuss, meine erste Zigarette. Die ersten Fahrstunden.

Der Herbst ist eingekehrt. Die Felder sind leer und die Speicher der Bauern voll. Der Nebel liegt am Morgen auf dem Boden und dieser Geruch von Freiheit. Der ist einzigartig und den gibt es nur daheim, wo deine Wurzeln liegen.

Es ist ruhig geworden, die Leute verzogen oder verstorben. Einsam und verlassen. Doch dennoch gibt es keinen anderen Ort auf der Welt, der meine Seele so heilt wie hier.
Es riecht nach Heu, die Sonne wärmt meinen Körper und ich erinnere mich mehr und mehr an meine Kindheit. Die Pferde, die Freunde, die Abenteuer, die Menschen und deren Geschichten.

Mir wird wieder einmal bewusst wie schnell das Leben rennt. Wie wenig wir es nutzen, weil wir warten und warten und warten. Nur, worauf? Dass es vorbei ist?

Auf den Wiesen sehe ich die Rehe laufen, höre die Vögel über mir zwitschern. Die Schmetterlinge über das Heu fliegen und Enten über das Wasser schwimmen. Ich nehme alles ganz bewusst wahr und atme es tief ein. Halte es fest. Und hier und da kullert mir eine Träne über das Auge und ich singe "ich bin wieder hier, in meinem Revier. War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt...es ist schön wieder zu Hause zu sein"


Wir hatten eine schöne Kindheit. Wir hatten alles. Alles was es in der DDR gab, hatten wir. Wir waren glücklich, unsere Seelen unverletzt.

Vielleicht muss man manchmal doch erst ein paar Jahre gehen, um irgendwann an seinen Ursprung zurück zu kommen und um das zu fühlen, wie ich es gerade tue.

Sonntag, 31. Juli 2016

Because I'm happy

Ja, ich bin zurück. Es fühlt sich so an. Auch wenn ich vielleicht nicht mehr ganz die Alte bin, aber ich kann sagen, ich bin glücklich. Ich bin glücklich und lebe es. Ich hole mir die Freiheit, die ich benötige und tue, was ich will. Und wenn mir doch etwas zu streng werden sollte, lass ich mich wieder treiben. Ich bestimme mein Tempo selbst.

Komisch nur, es gibt tatsächlich Menschen, von denen du dachtest, dass sie dir dieses Glücklichsein gönnen, die jetzt damit ein Problem haben. Neid macht sich breit. Sie können nicht verstehen, dass ich nicht nach deren Regeln lebe. Verstehen die Bedeutung eines klaren "NEIN" nicht. Es scheint mir, als sei das Wort Teil einer Fremdsprache geworden.
Wenn ich ehrlich bin, ist es mir so ziemlich egal. Nein, es ist kein Egoismus. Oder aber es ist gesunder Egoismus. Für mich zählt nur mein Leben, denn das alleine habe ich in der Hand.

Es ist schwierig und es ist ein harter Weg sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ich musste lernen für mich zu finden, was mir gut tut. Welche Dinge reißen mich aus dem Alltag, aus der Routine. Ganz nebenbei habe ich mit dem Rauchen aufgehört, esse wenn möglich keinen Zucker mehr (verzichte aber hierbei weder auf mein Eis, noch aus meinen Energy-Drink), trinke fast keinen Kaffee mehr und treibe, wenn möglich, täglich Sport.

Heute bin ich in der Schweiz, schwimmen und sonnen am Bodensee. Ich genieße die Ruhe, tanke die Sonne und lege ordentlich Strecke beim Schwimmen zurück. Neben mir eine Dame, vielleicht 10 Jahre älter. Ebenfalls allein, ebenfalls sportlich und es freut mich hin und wieder mit ihr ein Pläuschchen zu halten.


Ganz nebenbei bemerke ich, dass die Schweizer doch nicht so "arrogant" sind, wie ich bisher immer glaubte. Auch hier bin ich mir selbst dankbar, den Dingen eine Chance gegeben zu haben.

Das Leben kann so wertvoll sein. Nein, das Leben ist so wertvoll. Wir müssen es genießen und uns muss egal sein, was andere von uns denken. Solange wir das tun, was uns glücklich macht und respektvoll, ehrlich und dankbar durch die Welt tanzen sollten wir uns niemals davon abhalten lassen.

Ich tanze, ziehe mir meine Kraft aus dem Yoga und Sport und dem Vertrauen zu mir selbst. Und pfeife zusammen mit meinen Freunden die Melodie des Lebens.

Enjoy it!

Dienstag, 12. Juli 2016

Freiheit

Gefangen im eigenem Ich, der Kampf mit mir selbst. Tränen, die mir übers Gesicht laufen und der Wunsch nach Freiheit.

Am Sonntag noch habe ich wunderschöne Stunden erlebt, hoch hinaus mit dem Mountainbike, fernab des Alltags und der Routine. Jenseits von Hektik und Stress. Auf Entdeckungstour, unterwegs, genießen und im Frieden mit mir selbst.

Ich begebe mich seit 2 Wochen immer wieder gen Berge, kann dort frei atmen, spüre mich intensiv und bin allein und im Einklang mit der Natur. Meine Seele beginnt sich zu öffnen und verarbeitet Erlebnisse die tief im Unterbewusstsein hausen und längst als vergessen galten. Ich merke, wie mich diese Dinge befreien, mich wieder ein Stück voran treiben, diese Entdeckung aber auch wieder Energie kostet.

Ich strebe nach mehr, noch mehr Freiheit, noch mehr innere Ruhe und noch mehr Tage, die mich erfüllen. Rede mit Freunden über das Reisen und erfahre die Sehnsucht. Die Sehnsucht des reisens, die Sehnsucht nach der Magie der erlebten Orte. Ich erwische mich, wie ich gedanklich schon mein Bakpack packe und meine Flüge buche. 
Stelle mir vor, wie ich in Neuseeland nach den Sternen greife, auf Bali oder Indien im Yoga-Retreat verweile. Rieche den Duft nach Zitronengras und erfahre Vollkommenheit.

Doch ich bin hier. Kann mich nicht entspnnen, kann mich nicht spüren. Erfahre ein Gefühl von Traurigkeit.

Ich merke, wie meine Uhr tickt, meine Station in Österreich nicht von Dauer sein wird. Mir die 25 Tage Urlaub im Jahr nicht reichen. 

Es ist sehr intensiv, wie eine verlorene Liebe packt mich der Schmerz der Sehnsucht nach meiner Reiselust. Und ich sitze hier und weiß keinen Ausweg. Ich verspüre eine innere Angst. Die Angst wird klarer, kann sie noch nicht genau definieren, aber es ist die Angst vor dem Risiko alle Zelte abzureißen. Wahrscheinlich empfinde ich es als Angst, weil ich "the next Destination" nicht kenne.

Ich habe noch so viele Fragen, kann sie nicht beantworten. Warum nicht? Warum bin ich in all diesen Fragen gefangen? Mache ich mir irgendetwas vor? Oder ist die Zeit für eine neue Reise gekommen? 


Sonntag, 19. Juni 2016

Das Leben ist ein Bumerang

Eine Retourekutsche der besonderen Art erreichte mich am Donnerstag. Es war die meines Körpers.

Gelernt habe ich viel in den letzten Monaten, nur habe ich mich vom Alltag wieder entführen lassen. Ich lief und lief und lief. Powerte in der Arbeit, powerte im Sport, powerte daheim. Innerhalb von 4 Tagen bin ich bei meinen Aktivitäten ständig nass geworden und setzte meinem Körper noch weitere Strapazen zu.
Es kam also, wie es kommen musste. Nach 2 Wochen Vollgas bremste mich mein Körper. Niedergeschlagen, platt, kraftlos.

Erst ärgerte ich mich sehr darüber. Dachte so, warum denn ich schon wieder. Ich esse gesund und ausgewogen, treibe Sport und rauche auch nicht mehr.
Dann ließ ich die letzten 2 Wochen Revue passieren. Ging sogar noch weiter bis in den April zurück.
Verglichen habe ich es dann mit einem Marathon. Im April tat ich nichts. Null. Im April ging es mir sehr schlecht. Mein Körper war ausgebrannt und leer. Im Mai begann ich langsam mich wieder in das Arbeitsleben zu integrieren. Pflegte und verwöhnte meinen Körper, wo es nur ging. Legte ausreichende Pausen ein, reiste viel und aß behutsam.
Ab Juni arbeitete ich dann wieder Vollzeit. Und irgend etwas in meinem Kopf schien mit dem "Vollzeit" wohl etwas falsch verstanden zu haben. Ich arbeitete nicht nur Vollzeit, ich arbeitete Vollgas. Nicht, weil es irgendwer erwartete oder verlangte, sondern weil ich es wollte und es mir Spaß machte. Das kneifen meines Rückens nahm ich als fehlendes Sportsignal wahr.
Also Vollgas im Sport. Sonntag 1.400 Stufen nach oben, 1.400 Stufen nach unten und noch 7 km mit dem Rad.
Am Montag 5 km joggen, durch den Regen. Dienstag gönnte ich mir eine Pause. Falsch, ich gönnte mir keine Pause, meine Waden verkrampften schon förmlich vor Überanstrengung und Schmerz. Am Mittwoch dann 7 km joggen, es goss in Ströhmen und der Wind peitschte mir den Regen ins Gesicht. Ich fror und lief schneller und schneller.
Am Donnerstag dann mit dem Rad ins Büro. Ich merkte schon während der Hinfahrt, dass ich total ausgepowert war. Am Abend, natürlich regnete es schon wieder (scheint in diesem Jahr die Hautjahreszeit zu sein), fuhr ich dann mit dem Rad wieder nach Hause. Trotzt Regenkombi wurde ich wieder nass bis auf die Haut. Dem sollte nicht genug sein, erwischte mich die Nässe trotzt Schirm und Gummistiefel auch nochmal beim Spazierengehen mit Thimmy.
Am Abend zog es mir dann den Stecker.



Während ich das hier so schreibe, muss ich selbst mit dem Kopf schütteln. Wie dumm von mir. Wer bitte läuft einen Marathon ohne Training? Warum bereiten sich 100% aller Sportler monatelang auf ihren Wettkampf vor? Warum meinte ich, das nicht zu müssen?

Als mir dies bewusst wurde, war ich enttäuscht. Enttäuscht von mir selbst. Dachte ich, ich hätte aus dem letztem halben Jahr gelernt. Wüsste, wie ich mich zu verhalten habe. Fing genau dort an, wo ich im November aufgehört hatte.

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert." 
(Albert Einstein)

Heute, 2 Tage später sehe ich dies nicht mehr als Enttäuschung, sondern als Retourkutsche meines Körpers. Stresst du mich, stresse ich dich. Mir ist bewusst, dass es alles andere als einfach ist, das Gelernte umzusetzen. Sich täglich daran zu erinnern, in sich zu kehren. Zu rasten, zu verweilen. Bewusst essen und genießen. Meditieren .... das habe ich sogar vergessen. Ja, ich war so auf der Überholspur, dass ich vergass, wie mir das Meditieren als wichtigste Nahrungsquelle geworden ist.
Mein Körper hat mich also gebremst. Nicht auf Schneckengeschwindigkeit, sondern direkt auf Stillstand.

Dass ich das jetzt erkannt habe, gibt mir wieder Kraft und ich verwöhne meinen Körper mit nährstoffreichem Essen, Meditationsstunden, frischer Luft und schönen Gedanken. 


Sonntag, 12. Juni 2016

Treibenlassen

Jetzt ist es schon wieder eine Weile her, dass ich mich gemeldet habe. Wahrscheinlich werden jetzt auch die Abstände größer, in denen sich bei mir etwas Gravierendes tut. Oder aber es braucht ein paar mehr Erlebnisse, um diese einzuordnen.
Heute ist Sonntag. Erinnert ihr euch noch, es nicht noch gar nicht so lang her, da habe ich die Sonntage verflucht und Angst vor ihnen gehabt. Heute sitze ich hier und genieße diese Zeit für mich. Ich mache, was mir gefällt und worauf ich Lust habe. Ja, ich lasse mich treiben. Treiben lassen, eines meiner liebsten Dinge, seit geraumer Zeit. Es gibt mir so viel und bereichert meine Tage.
Zwischzeitlich war ich mit einer Freundin in Verona und meine Freunde, welche ich in Thailand kennenlernte in der Schweiz besuchen. Es war eine sehr schöne Zeit und es fühlt sich gut an, solch liebevolle Menschen zu meinen Freunden zählen zu dürfen.
Das Leben bereichert mich, oder sind es die Reisen? Oder einfach die Selbstfindung? Was auch immer, ich fühle mich und das ist das Wichtigste. Ich mache, was ich will. Ich trenne mich von Dingen, die mir nicht gut tun und lasse mich durch nichts verunsichern. Wahrlich, manche würden sagen, dies macht mich zum Einzelgänger, aber lieber boxe ich für mich allein, als unglücklich mit dem Strom zu schwimmen.
Ich bin seit Juni auch wieder Vollzeit beim Schaffen. Es ist anstrengend, alles neu, viel Arbeit, aber es macht Spaß. Ich habe gelernt "nein" zu sagen und opfere mich nicht mehr auf. Alles was ich tue mache ich, weil ich es will. Auch nach der Arbeit habe ich wieder meinen Draht zu meinem Sport gefunden. Zwischenzeitlich wieder sehr interessante Leute kennengelernt und intelligente Gespräche geführt. Ich merke, wie mich das bereichert, wie mich das Leben der "anderen" interessiert. Wie es mich traurig macht, dass es viele Menschen gibt, die nur auf das Wohl anderer schauen und sich dabei vollkommen vergessen. Sich liebevoll opfern und nicht mal annähernd "Dankbarkeit" erfahren.
Ja, bis vor kurzem war ich auch noch so. Um so glücklicher macht es mich jetzt, diese Leute zu bestärken, Ihre liebevollen Taten zu erkennen und ihr liebevolles Dasein zu danken. Ihnen den Druck nehmen zu können, wenn sie in meiner Nähe sind, dass sie immer sein dürfen, wie sie sind und dass jeder von ihnen etwas ganz Besonderes ist. Ich habe zwei Freundinnen, denen ich das immer wieder verstärkt zeigen muss. Zwei Sonnenscheine, deren Herz nicht größer sein kann, die aber so sehr an sich zweifeln. Und ich bin sicher, dass sie wissen, dass sie gemeint sind, wenn sie dies lesen.
Eine weitere Erfahrung in diesem Monat ist, dass mir immer mehr auffällt, wie egoistisch die Menschen sind. Allen voran die Deutschen und die Schweizer und vermehrt auch die Österreicher. Wobei ich hier in Österreich immer mehr das Gefühl habe, es mit einer verschlafenen Welt zu tun zu haben. Liegt es an der fehlenden Großstadt? Ich weiß es nicht. Im Ausland jedenfalls fallen mir diese Verhalten extrem auf und ich bin genervt davon und schäme mich manchmal für meine Landsleute. Ich merke, wie ich momentan Städtereisensatt bin und den Touristenströmen förmlich entfliehe. Mir meinen Platz der Freiheit suche. Der Rückzug, das Alleinesein und die Entspannung. Ich hoffe nur, ich werde im Alter kein Almöhi ;)
Man könnte fast meinen, ich habe es geschafft, habe die Reise ins Ungewisse beeendet, mein Ziel erreicht? Nein, meine Reise geht weiter, ich spüre, dass mich etwas antreibt. Was es ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß zwischenzeitlich, dass ich nicht hier in Lustenau bleiben werde und sich in den kommenden 3-4 Jahre sicher etwas verändern wird, aber weiß ich nicht wohin und was es sein wird. Wahrscheinlich gibt es für mich kein Ziel, wer weiß, vielleicht werde ich nie ankommen. Ich habe aber keine Angst mehr vor dem, was kommt, ich bin neugierig und freue mich drauf. Mein Papa sagte eins "Unser Weg ist schon gezeichnet, wir wissen nur nicht wohin er geht." Ich liebe meinen Dad für all diese weisen Sätze. Heute ist ein Tag, an dem ich ihn wieder etwas arg vermisse, aber ich weiß, dass ich ihn heute Abend anrufe. Letzte Woche war er hier, im Nachbarort mit seinem LKW. Wir waren zusammen am Bodensee und aßen zusammen zu Abend. Es war herrlich. Und ich freue mich, ihn im August wiederzusehen. Ich lieb dich Daddy!
Weiters habe ich im Mai meine Freundin in meinem altem Wohnort Meckenbeuren besucht, es war irgendwie wie heimkommen. Wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen. Manchmal muss man von den Dingen erst Abstand nehmen, um zu erkennen wie bedeutsam sie für einen sind.
Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe, aber es ist ein Ereignis, was auch wieder mein Leben geprägt hat. Daher habe ich mich entschieden, es hier aufzunehmen. Ich hoffe, du bist mir nicht böse.
Eine der wichtigsten Menschen in meinem Leben hat ihr Kind verloren. Es hat mir an diesem Tag fast das Herz raus gerissen. Auch jetzt bin ich sehr bemüht zu schreiben, da es mir die Tränen in die Augen drückt. Sie war so ganz anders schwanger als meine anderen Freundinnen. Hat mich täglich mit ihren Schwangerschaftsleiden genervt, aber auf so witziger Art und Weise, dass ich morgens schon sehnsüchtig auf das Wohlbefinden via WhatsApp wartete. Drei Schwangerschaftstests hat sie gemacht, weil sie es nicht glauben konnte. DREI! Selbst das tägliche Essen wurde mir genaustens mitgeteilt, auch wenn es dann im Klo landete. Oder dass sie hoffte, dass ihr knackiger Po nicht fett wird. Wir gemeinsam zur Schokolade griffen, dass ich irgendwie schon mit schwanger war.
Um so trauriger dann der Abgang. Der Tag began am Morgen schon komisch, auch für sie. Sie schrieb mir noch vom Arzt aus, ganz neugierig und voller Freude auf das nächste Bild, als mich dann kurz nach meinem Feierabend Ihre Nachricht erreichte. Zwischenzeitlich regnete es sogar. Ich lief im Regen mit meinem Thimmy am Rhein entlang und weinte fürchterlich. Zum Einem, weil ich mich so für sie gefreut hatte, dass sie schwanger ist. Zum Anderem, weil ich sie nicht in den Arm nehmen konnte, weil sie allein im Zug nach Hause zu ihrem Freund saß und ich nichts, aber auch gar nichts tun konnte. Auch jetzt wieder merke ich, wie stark mich diese Geschichte traurig macht. Ich aber dennoch froh bin, dass der liebe Gott es so geschehen ließ. Der Arzt sagte, das Kind wäre krank zur Welt gekommen. Und ich hätte es nicht ertragen, wenn meine liebevolle Freundin sich Jahre mit diesem krankem Kind gequält hätte.
Um so mehr wird bei der nächsten Schwangerschaft alles gut gehen und ich freue mich auf ein quietschlebendiges Kind. Egal, ob Junge oder Mädchen, ich hoffe, dass ich auch hier ein bisschen mein "Lausbubsein" weitergeben kann, wenn ich zu Besuch bin.
Ihr seht, in einem Monat ist doch recht viel bei mir passiert. Und ich bin dankbar dafür. Wir dürfen uns einfach nicht vergessen, unseren eigenen Weg gehen, auch wenn er manchmal etwas steinig ist. Uns treiben lassen und immer wieder in uns kehren. Die Dinge geschehen lassen, das Positive im Negativem sehen. Das Boshafte der anderen Menschen versuchen zu belächeln, denn ist es nicht unser Problem und nicht unsere Geschichte. Wir müssen uns treiben lassen, auf unser Herz hören und uns glücklich mit dem schätzen, was wir haben. Und das sind nicht die materiellen Sachen, es sind die Menschen, die uns tagtäglich mit einem Lächeln bereichern, unser Herz erwärmen und immer ein Türchen für uns offen haben. Schön, dass ihr dazugehört.

Sonntag, 8. Mai 2016

Wie sich das Leben verändert

Seit einigen Tagen fällt mir auf, wie sich die Dinge ändern. Wie meine Selbstfindung und die Frage nach dem "was macht mich glücklich" Gestalt annimmt.

Für den Einen ist es vielleicht keine große Sache, für mich ist es ein riesiger Schritt.

Als Kind hat man mir beigebracht stets pünktlich zu sein; Sprüche wie "5 Minuten vor der Zeit, das ist unsere Pünktlichkeit" fand ich anfangs sehr lustig, und setzte sie auch immer in die Tat um. Oftmals so überpünktlich, dass ich dann eine Viertelstunde warten und mir die Zeit vertreiben musste. Je näher sich der Uhrzeiger der vereinbarten Zeit bewegte, umso nervöser wurde ich. Sowohl beruflich, als auch privat.

Jetzt muss ich feststellen, dass mir die Pünktlichkeit noch immer wichtig ist. Aber ich mich nicht mehr so unter Druck setze, wie früher. Und noch viel wichtiger, dass ich beruflich und privat trenne.

Jetzt schöpfe ich die Zeit vor meinen Terminen und Verabredungen voll aus. Tue etwas für mein Wohlbefinden, oder beende noch in aller Ruhe meine Aufgaben. Lese das Kapitel noch zu Ende, oder trinke noch gemütlich einen Kaffee.
Und ich merke, wie ich dennoch pünktlich zu meinen Terminen erscheine, ganz ohne Hetze und wirklich "nur" 5 Minuten (maximal) vorher.

Privat versuche ich mich nicht mehr so fest zu fahren. Spontane Verabredungen, Zeitangaben alle in "cirka" und alles ohne Stress. Widerrum versuche ich dies auch meinen Mitmenschen zu vermitteln.

Bemerkt habe ich den Wandel, als ich zu meinem Papa nach Hause gefahren bin. 740 Kilometer Fahrstrecke. Normalerweise in 6,5 bis 7 Stunden erreicht. Nicht an diesen Tagen. Dieses Mal dauerte sowohl die Hin-, als auch die Rückfahrt über 8 Stunden. Stau, volle Straßen, Baustellen, Unfälle, etc. Und ich mittendrin. Klar, man ist irgendwann dann doch mal genervt, aber man kann die Dinge einfach so hinnehmen, wie sie sind, denn eine andere Wahl hat man in dem Moment nicht. Das Motto heißt dann, das Beste daraus machen. In diese Aufgaben stecken wir all unsere Energie, nicht ins Meckern oder Hetzen. Sondern in Singen, Musikhören, Essen, den anderen Autofahrern zu lächeln, die Landschaft bewundern, über die riesigen Baustellen staunen und sich über die Zeit freuen.. Zeit für Erfahrungen.

Weißt du noch, als du mit deinen Eltern damals in den Urluab gefahren bist? Ich bin ein Kind des Ostens (ehemalige DDR), unsere Reisen erfolgten immer in unserem hellblauen Trabant Kombi. Ohne Klimaanlage, mit Radio zum Drehen und mit Höchstgeschwindigkeit von 111 km/h. Wir Kinder haben die größte Party auf dem Rücksitz gefeiert, als die alte "Pappe" zur Höchstform auflief. Haben die Fahrzeit mit Kennzeichen raten verbracht, die Natur bewundert, gesungen und gelacht.
Warum soll sich das ändern, nur weil du erwachsen bist? 
Probier es beim nächstem Mal aus, sofern du im Stau stehst, dreh das Fenster runter, leg deine Lieblingmusik in den Player und sing so laut und falsch du kannst. Wackel mit dem Kopf im Rhytmus der Musik und schnippse mit den Fingern. Alles ist erlaubt, nur hab Spaß dabei und lächle. Ja, manche werden dich für verrückt halten, aber die Mehrzahl der Staukollegen werden sich an deiner Euphorie erfreuen und lächeln. Und was gibt es Schöneres, als die Menschen lächeln zu sehen?

Probier es aus, lass die Zeit Zeit sein und entspann dich. Nur weil du innerlich kochst vor Wut, wird die Kassiererin an der Kasse trotzdem nicht ihr Gespräch mit der Kundin beenden und schneller arbeiten. Halt einfach mal dein Ohr hin, vielleicht kannst du ein interessantes Gespräch belauschen, oder mit deinem Lächeln der Dame den Job etwas erleichtern.

In diesem Sinne, einen schönen Sonntag. Und, "Probiers mal mit Gemütlichkeit", wie Balu und Mogli im Dschungelbuch. Ein toller Songtext, wie ich finde. 









Freitag, 6. Mai 2016

Angst und ihre Blockaden

Ich bin vor 2 Wochen nun endlich bei meinem Papa gewesen. Endlich deshalb, weil ich denke, dass dieser Besuch mein Energieschub war, den ich zum "Aufstehen" brauchte. Weil ich genau weiß, dass mein Papa der einzige Mensch ist, der seine Wärme tief in meine Seele bringen kann, ohne mir dafür zusätzlich Energie zu rauben.

Wir hatten fast 5 volle, wunderschöne Tage miteinander verbracht. Redeten über Gott und die Welt, über Gefühle und Erlebnisse. Aßen alles was uns schmeckte (auch wenn mir das 3 Kilo zu buche schlug) und begaben uns auf Erkundungstouren. Wir hatten so unheimlich viel Spaß miteinander, dass mir der Abschied dieses Mal extrem schwer viel.


Ich hatte Angst, dass mich die eisige, innere Kälte sofort wieder einholt und mich blockieren lässt. Hatte Angst, dass ich wieder alleine sein werde. Angst davor, dass mich der Alltag einholt und ich wieder Dinge tun werde, die mir keine Freude bereiten und mich unglücklichen machen.
Nunmehr war ich einen kompletten Monat im Krankenstand daheim, hatte den alten Job hinter mich gelassen und mich psychisch komplett von meiner alten Beziehung getrennt. Mir gefiel dieses "Normaden-Leben". Aufstehen wann immer ich wollte und den Tag mit tollen Entdeckungstouren verbringen, oder einfach mal die Seele baumeln lassen. Dennoch musste das auch irgendwie finanziert werden.

Zurück in Österreich verschlimmerten sich die Ängste mehr und mehr. Ich war komplett blockiert. Ein Gefühl von Leere und Kälte machte sich breit. Wieder standen meine Freunde dicht an meiner Seite. Wieder aber schien ich im Hamsterrad gefangen zu sein. Selbst als mein erster Arbeitstag nahte bekam ich Panik. Freute ich mich gestern noch auf diesen ersten Tag, kam jetzt ein Gefühl der Panik auf. Ich schien mich fast nicht mehr zu beruhigen. Selbst die sonst so hilfreichen Worte meiner Freunde schienen mir kraftlos. Mich plagten Übelkeit und Bauchweh und die Angst schnürrte mir fast die Luft ab.
Letzten Endes schaffte es nur die Müdigkeit mich zu beruhigen.

Die Nacht verlief grausam. Schlaflos und mit anhaltenden Bauchschmerzen quälte ich mich bis zum Morgengrauen. Das ertönen des Weckers nahm ich vor lauter Müdigkeit fast nicht war.

Ich schleppte mich also so langsam ins Bad und drehte meine morgendliche Runde mit meinem Hund Thimmy. Anschließend trank ich in aller Ruhe einen Kaffee und trat total übermüdet mit Augenringen im Gesicht und Bauchschmerzen meinen ersten Arbeitstag an. Es wurde der schönste Tag im Job, seit langer, langer Zeit.

Vielleicht musste dieses ganze Theater wieder einmal sein, um zu erkennen, dass das, was hinter unseren Ängsten steckt das ist, was wir wollen. Dass wir den Dingen eine Chance geben sollen, fernab von jeglichen Erwartungen. Dass wir keine Angst vorm Scheitern haben. Denn nicht wir scheitern, sondern die Dinge. Es sind dann nicht die Dinge, die uns erfüllen und glücklich machen und wir müssen weiter probieren.
Ist es nicht genau das, was wir als Kinder taten? Ausprobieren, erkunden, erforschen? Mit meiner Nichte machte ich Schweinebaumeln und schaukelte. Ich wusste gar nicht mehr, wie viel Spaß das machte und mein Lachen erhalte durch das halbe Dorf.
Aber ich ließ mich drauf ein; ohne Angst und voller Stolz.